Montag, 19. Januar 2026 - 18:30
Zeitzeug*innengespräch: Freiheit ist eine kostbare Sache - helft mit, sie zu bewahren!
Eva Weyl wurde 1935 im niederländischen Arnheim geboren und kommt aus einer jüdischen Familie. Ihr Großvater hatte das im Zentrum der nordrhein-westfälischen Stadt Kleve gelegene Kaufhaus Weyl geführt. Ende 1934 zogen die Eltern aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Arnheim, wo sie noch einige Jahre ein Damentextilgeschäft führen konnten. Die beiden bereits verwitweten Großväter zogen nach der Pogromnacht 1938 ebenfalls zu Eva Weyls Familie ins Nachbarland. Nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Mai 1940 wurde in Westerbork ein bereits existierendes Flüchtlingslager in ein KZ-Durchgangslager für Jüdinnen und Juden umfunktioniert. In dieses Lager wurde Eva mit ihren Eltern Ende Januar 1942 deportiert. Mehr als neunzig Eisenbahntransporte mit Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma gingen von Westerbork aus nach Theresienstadt und Bergen-Belsen sowie in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Sobibor. Von den 107.000 Frauen, Männern und Kindern, die von Westerbork aus deportiert wurden, überlebten nur etwa fünftausend. Eva Weyl und ihre Eltern entgingen mit viel Glück der Vernichtung.
Detailliert beschreibt die Zeitzeugin die perfide Scheinwelt des Lagers. Mit Lügen und Beschwichtigungsmethoden versuchte die Lagerleitung, die zu Tode Geweihten in Sicherheit zu wiegen, um Widerstand zu verhindern. Evau Weyl kommt aus einer deutschen Familie. Dennoch galt sie bis zum Jahr 1950 als staatenlos. Die Niederländerin spricht holländisch und deutsch. Die Familie der Mutter stammt aus Freiburg im Breisgau, die des Vaters aus Kleve. Wie viele andere Holocaust-Überlebende ist auch sie der Meinung, dass die junge Generation keine Schuld für die Verbrechen ihrer Vorfahren hat, jedoch die Verantwortung hat, die Vergangenheit zu kennen, um so an einer besseren Zukunft zu arbeiten.
Moderiert wird das Gespräch von Birgit Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. Sie hat die Biographie von Eva Weyl in ihrem knapp 400 Seiten umfassenden Werk "Die letzten Zeuginnen und Zeugen - Meine Arbeit mit Holocaust-Überlebenden" veröffentlicht. (Bestellung: www.isfbb.de)
Anmeldung auf https://www.frankenwarte.de/veranstaltungen/2… können Sie sich ab sofort anmelden. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
Zum Ablauf 19.01., 18.30 bis 18.45 Uhr: Begrüßung, Vorstellung, kurze inhaltliche Einführung (Birgit Mair, Nürnberger ISFBB e.V. und Stephanie Böhm, Akademie Frankenwarte) 19.01., 18.45 bis 20.15 Uhr: "Freiheit ist eine kostbare Sache - helft mit, sie zu bewahren!" Vortrag von und moderierte Gesprächsrunde mit Eva Weyl (Moderation: Birgit Mair) 19.01., 20.15 bis 20.30 Uhr: Gemeinsamer Abschluss und Kurzevaluation Stephanie Böhm Akademie